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BeitragVerfasst: 25.11.2013, 12:00 
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24.11.2013 | 14:47

Winterhilfe für Igel - Was gibt es zu beachten?


Stuttgart/Hohenheim - Normalerweise begeben sich bis Mitte November die meisten Igel in ihr Winterschlafquartier. In diesem Jahr sind jedoch auch jetzt noch muntere Stacheltiere in der Nacht anzutreffen.

Für diese Verzögerung dürfte wohl der späte Beginn der kalten Jahreszeit verantwortlich sein. Umso größer ist oft die Irritation, ob die meist noch recht kleinen Igel nicht in menschliche Obhut genommen werden sollten. Proplanta rät, in den allermeisten Fällen auf die gut gemeinte Igelhilfe zu verzichten. Nur in Ausnahmefällen ist ein Eingreifen sinnvoll.

Winterschlaf

Der Winterschlaf stellt für Igel einen wichtigen Überlebensvorteil dar. Auslösender Faktor ist bei Igeln vor allem die Temperatur. Erst wenn diese längere Zeit unter 5°C sinkt, zieht sich ein Igel zum Winterschlaf zurück.

Im Winterschlaf reduzieren sich die Körperfunktionen auf ein Minimum, so dass die nahrungsarme Zeit mit wenig Energieaufwand überbrückt werden kann. Die Körpertemperatur sinkt von rund 34-35°C auf bis zu 5°C ab. Die Herzfrequenz verringert sich von ca. 200 Schlägen auf rund 2-12 Schläge pro Minute. Auch die Atmung wird reduziert. Statt 40 - 50 Atemzüge finden nur noch 4-13 Atemzüge pro Minute statt. Blutzuckergehalt und Blutdruck werden ebenfalls abgesenkt. Dennoch verlieren die Tiere während der Winterschlafzeit rund 30 % ihres Gewichtes.

Im Gegensatz zum Winterschlaf fällt bei der Winterruhe die Körpertemperatur nicht so stark ab. Diese Art der Überwinterung wird eher von größeren Tieren wie Dachse oder Bären, aber auch von Eichhörnchen praktiziert. Die meisten "Winterruher" wachen auch häufiger auf und nehmen Nahrung zu sich. (Tierische Strategien gegen Winterkälte)

Igel halten meist etwa zwischen November im März Winterschlaf. Die Männchen ziehen sich rund einen Monat vor den Weibchen in ihr Winterquartier zurück, in manchen Jahren bereits Anfang Oktober. Die Weibchen folgen, sobald sie sich von der Jungtieraufzucht erholt und ihr Winterschlafgewicht erreicht haben.

Am längsten aktiv sind die Jungigel, die noch jeden Tag ausnutzen, um sich Winterspeck anzufressen. So verwundert es nicht, dass gerade junge Tiere in diesem Jahr noch unterwegs sind.

Wann braucht ein Igel menschliche Hilfe?

Igel sind Wildtiere und stehen unter Artenschutz. Ins Haus genommen werden dürfen daher nur offensichtlich kranke oder verletzte Tiere, die behandelt und anschließend wieder ausgesetzt werden müssen.

Im Allgemeinen haben Jungigel ab ca. 500 g Gewicht eine gute Überlebenschance. Gesunde Tiere von rund 300-500 g im Spätherbst brauchen auch nicht in Obhut genommen werden, doch sie kann man mit speziellem Igelfutter, notfalls auch Katzen-Trockenfutter, einige Tage im Freien zufüttern. Bitte keinesfalls Milch oder Essensreste an Igel verfüttern!

Auch scheinbar verwaiste Jungtiere sollte man immer erst einige Zeit beobachten, bevor man sich ihrer annimmt, da die Mutter sie oft zur Futtersuche über längere Zeit allein lässt. Sehr kleine Igel, die ihr Winterschlafgewicht nicht mehr erreichen können, müssen zur Pflege bei Raumtemperatur untergebracht werden. Ist das Auswildern nach dem Aufpäppeln nicht mehr rechtzeitig vor dem Winter möglich, so muss der Zögling in menschlicher Obhut in kalter, frostfreier Umgebung mit gut isoliertem Schlafplatz seinen Winterschlaf halten.

Was tun mit kranken oder verletzten Tieren?


Verletzte oder kranke Tiere bringt man am besten sofort zum Tierarzt oder zur nächsten Igelstation. Kranke Tiere erkennt man meist daran, dass sie apathisch auf der Seite liegen, sich kaum einrollen oder abgemagert sind. Die Augen sehen eingefallen und schlitzförmig aus statt halbkugelig hervorzustehen.

Igel sind für ihren starken Parasitenbefall bekannt, sowohl Ekto- als auch Endoparasiten. Ein kräftiger, gesunder Igel kommt mit diesen "Mitbewohnern" im normalerweise problemlos klar. Bei kranken Tieren kann es sinnvoll sein, diese Last vorübergehend von ihnen zu nehmen. Zecken, Fliegeneier und Maden kann auch ein Laie selbst entfernen. Flöhe und Milben sollten nur vom Tierarzt bekämpft werden.

Auch die Behandlung gegen Endoparasiten wie Lungenhaarwurm (Capillaria aerophila), Darmhaarwurm (Capillaria sp.), Igelsaugwurm (Brachylaemus erinacei) oder Igelbandwurm (Hymenolepis erinacei) muss durch einen Veterinär erfolgen. Die meisten dieser Parasiten sind übrigens igelspezifisch und damit nicht auf den Menschen übertragbar.

Was kann man noch für Igel tun?


Sorgen Sie für einen igelfreundlichen Garten mit Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten wie Laub- und Reisighaufen.

Igel können in einer Nacht bis zu 3-4 km wandern. Tragen Sie Sorge, dass der Weg nicht durch kleinmaschige Zäune oder hohe Mauern behindert wird.

In Reisighaufen, Holzstapeln oder Laubhaufen können sich Igelnester oder Winterschläfer befinden. Besondere Vorsicht daher bei Aufräumungs- und Rodungsarbeiten.

Gruben oder Kellerschächte können für Igel zur Falle werden und sollten abgedeckt sein. Im Gartenteich kann eine Rettungsplanke Igel-Leben retten.

Verzichten Sie auf Laubsauger, mit denen Sie kleine Jungtiere einsaugen könnten und die Nahrungsgrundlage der Igel zerstören.

Bieten Sie frisches Trinkwasser im Garten an.

Verzichten Sie auf chemische Schädlingsbekämpfung. (proplanta)

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Cordula Lützenkirchen und die 4-beinige Rasselbande :0))

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 Betreff des Beitrags: Re: Alles zu Igeln
BeitragVerfasst: 26.03.2015, 12:31 
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26. März 2015

Osterfeuer vorher umschichten

Igel(LWK) – Auch in diesem Jahr werden wieder zahlreiche Osterfeuer entfacht. Oftmals wird das Holz hierfür schon im Herbst zusammengetragen. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass solche Haufen von Holz und Strauchgut zahlreichen Tierarten, wie Vögeln und Kleinsäugern, eine willkommene Deckung, Behausung und Nistmöglichkeit bieten. Einige Vogelarten ziehen hier ihre Jungen groß, die nachtaktiven Igel verbringen dort ihre Tagruhe oder befinden sich noch in ihrem Winterschlaf. Alle diese Tiere werden durch das Abbrennen des Osterfeuers gefährdet.

Um die Gefahr für Tiere zu vermeiden, rät die Landwirtschaftskammer, das Brenngut entweder erst vor dem Anzünden zu sammeln oder Osterfeuerhaufen vollständig umzuschichten, damit die Tiere rechtzeitig fliehen können. Auf diese Art und Weise werden Vögel und Kleinsäuger geschützt.


Es dürfen ausschließlich pflanzliche Rückstände verbrannt werden. Osterfeuer dürfen nicht zur Abfallbeseitigung missbraucht werden. Haus- und Sperrmüll hat aus Gründen des Immissionsschutzes in einem Osterfeuer nichts zu suchen. Dabei handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit Geldbuße geahndet werden kann.

Mehr Informationen hier!
(c) Copyright Dr. M. Stein, Am Kiebitzberg 10, 27404 Gyhum
WWW: http://www.animal-health-online.de
E-Mail: manfred.stein@t-online.de
Impressum / AGB
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 Betreff des Beitrags: Re: Alles zu Igeln
BeitragVerfasst: 15.10.2015, 21:36 
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http://www.igelschutz-wuppertal.de/kontakt.html


Igel - Hilfe in Wuppertal, aber mit Pflegestelle in Lüdenscheid

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 Betreff des Beitrags: Re: Alles zu Igeln
BeitragVerfasst: 23.02.2016, 20:56 
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ACHTUNG schlimme Bilder !!!!


...mit Bitte um BEACHTUNG - Igel verletzt durch Fadenmäher..... bitte auch verbreiten und WEITERLEITEN !!!!!!!!!!!!


Zitat:
Von: Karin Oehl [mailto: nc-oehlch@netcologne.de ]
Gesendet: Dienstag, 23. Februar 2016 10:43
Betreff: Igel

Sehr geehrte Mitarbeiter der Grünflächenämter, der Bauhöfe etc.

Liebe Tierschützer. Bitte diese Meldung weiträumig weiter geben u. veröffentlichen.
Danke!

++++++++++++++++++

In der Anlage finden Sie Bild er eines durch Fadenmäher verletzten Igels, wie ich sie seit Jahren zuhauf in die Station gebracht bekomme. Häufig kann ich nicht mehr helfen, nur noch der Tierarzt, indem er das Leiden beendet.

Im Anbetracht des milden Winters, des vorzeitig vorgetriebenen Grüns, denke ich, daß auch früh in diesem Jahr mit den ordnenden Arbeiten an den Grünflächen begonnen wird, auch wieder unter Einsatz der Fadenmäher.
Mit entsprechender Kenntnis der Mitarbeiter, der nötigen Vorsicht u. rücksichtnahme wären viele solcher oft tödlichen Verletzungen bodenlebender Tiere nicht nötig.
Ich bitte dringend darum, die mit solchen Arbeiten befaßten Mitarbeiter auf die Problematik aufmerksam zu machen u. ggf ein verletztes Tier in die Obhut eines Tierarztes oder sachkundiger Tierschützer zu übergeben.

Karin Oehl
Igelstation


Bild Bild

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 Betreff des Beitrags: Re: Alles zu Igeln
BeitragVerfasst: 29.06.2016, 20:37 
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Eine Igel-Geburt..... :dance: ;)


https://youtu.be/VUJt-f1u-8Y


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 Betreff des Beitrags: Re: Alles zu Igeln
BeitragVerfasst: 09.07.2019, 14:42 
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on: Karin Oehl [mailto: nc-oehlch@netcologne.de]
Gesendet: Samstag, 4. Mai 2019 17:06
An: "Undisclosed-Recipient:;"@cc-smtpin3.netcologne.de
Betreff: Fw: Igelvortrag für Tierärzte, tiermed. Fachangestellte u. Tierpfleger/innen


ein kleiner Gruß im Mai –einfach mal so. L.G:karin


++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++


Igel - stachelige Patienten in der Tierarztpraxis

Der Igel ist das wohl am häufigsten in der tierärztlichen Praxis vorgestellte Wildtier. Darum sollten wir uns damit ein wenig näher beschäftigen.

Wildtiere zeigen ihre Erkrankung oft sehr spät , Igel durch Tagaktivität oder auch Liegen ohne Deckung.

Igel kommen oft , gestresst von Transport u. Gefangennahme in die Tierarztpraxis, sie sind nicht unbedingt sehr kooperativ so ist eine Beurteilung, ob das Tier stabil ist, gar nicht sicher möglich.

Selbst sehr kranke Tiere mobilisieren noch einmal alle Kräfte, um sich zusammen zu rollen.

Die Asoziation der Menschen, die so ein hilfloses, oft offensichtlich krankes Tier finden ist immer - erst mal zum Tierarzt! Dort erwartet man fachkundige Beratung -auch von tiermed. Fachangestellten u. bes. natürlich auch qualifizierte Behandlung u. Beratung durch den Tierarzt.

Da das Thema Igel in beiden Ausbildungsgängen so gut wie nicht vorkommt, versuchen wir von Pro Igel e.V., da eine große Lücke zu schließen.

Igel gehören zu den vom Gesetzgeber bes. geschützten Wildtieren

Lt. Tierschutzgesetz ist die Aufnahme dieser Tiere nur in Ausnahmefällen gestattet, nämlich wenn sie krank, verletzt sind oder vewaiste Babys

Dann aber ist eine artgerechte Behandlung, Unterbringung u. Fütterung, also Sachkunde unabdingbar, wenn so ein Tier seinen Platz im Kreislauf der Natur als selbstständig lebendes freies Wildtier wieder einnehmen soll.

Und das ist das Ziel unserer Arbeit in den Stationen.

Von Unterbringung u. Fütterung , also vom Päppeln wird ein kranker oder verletzter Igel nicht gesund -

Papier u. das Netz sind geduldig - viele sich widersprechende verwirrende Informationensind zu finden, die wenig hilfreich sind, wenn ein Igelfinder so ein Malheurchen plötzlich in der Hand hat.

Die von Pro Igel e.V. veröffentlichten Informationen sind immer auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand u. zutreffend, Damit kann man arbeiten.


Ein Sympathieträger war der Igel fast immer. Ich denke an die Mecki und Micki - Fortsetzungsgeschichten in den auslaufenden 40iger Jahren in Hör zu.

Besonders intensiv rückte der Igel in den Focus der Öffentlichkeit, als Anfang der 70iger Jahre Prof. Grzymek in seiner Fernsehsendung ein Platz für Tiere zur Igelschutz aufrief. Er sprach nur von unterernährten Igeln, die gepäppelt werden mußten.

Leider sagte er nicht,, wie richtiger Igelschutz auszusehen hatte Da Igel nicht zu den Nahrungstieren gehören oder auch nicht zum jagbaren Wild, wurde die Forschung dazu lange nicht intensiv betrieben.

Es gab wenige Veröffentlichungen.

Neben einigen Menschen, die wirklich durch gutes beobachten und nachdenken Ansätze zur Igelhilfe schufen, war bes. zu nennen Herr Dr. Poduschka aus Wien, dessen 1. Schrift, das Igelbrevier weite Verbreitung fand. Es entstand in Verbindung mit der zoologischen . Gesellschaft Frankfurt ( Prof. Grzymek)

Nach dem Aufruf von Prof. Grzymek begann ein richtiger Boom, alle Leute wollten Igel retten und ihnen helfen. Nur guter Wille allein reichte dazu nicht aus und so wurde und wird noch heute manch Igel mit viel Liebe ohne Sachkunde tot gepflegt .

Jeder der mag , kann sich Igelstation nennen, eine Kontrolle gibt es so gut wie nicht. Lediglich, wer eine Sachkundeprüfung gemacht hat und beim Veteriäramt bekannt ist, wird gelegentlich kontrolliert, wobei auch die Amtsveterinäre oft weniger Sachkunde mitbringen, als sie die Stationsbetreiber haben.

Auch muß ich leider sagen, ist die Tierärzteschaft noch immer ziemlich hilflos und oft auch nicht sonderlich engagiert für den Igel ist. teils auch wegen mangelnder Ausbildung.

Es war damals die Zeit, als noch ziemlich blauäugig alle Segnungen der Chemie eingesetzt wurden und auch die Gebietsreformen griffen, Landschaften nicht nur zersiedelt, sondern auch ausgeräumt wurden und die Landwirtschaft immer mehr industrialisiert wurde. Der Aufruf von Prof.. Grzimek zum Schutz des Igels war daher nicht unbegründet u. ist auch heute noch aktuell, denn die Zersiedlung der Landschaften geht weiter, das Verkehrsaufkommen ist gewaltig gestiegen u. die Landwirtschaft wurde immer mehr industrialisiert. Immer häufiger werden Gärten immer fester eingezäunt und Gifte haben längst auch in Hausgärten ihren Einzug gehalten.

Wenn ein Igel gefunden wird, sucht man in der Regel eine Igelstation zu finden – Der Begriff ist geläufig geworden.

. Es ist kein geschützter Begriff und sagt nichts über die Qualität der Igelpflege und Behandlung in dem Hause aus. Auch hier gibt es gewaltige Wissensunterschiede.

Igelfinder asoziieren den Begriff in der Regel damit:

Da ist ein Mensch, da bringen wir das Malheurchen hin. Und auch Tierärzte sind froh, eine Stelle zu wissen, wohin man so ein Tier abliefern kann.

Leider wird häufig nicht bedacht, daß diese Stellen Privatinitiativen sind, die letztendlich alle Kosten u. Mühen privat übernehmen u. bes. in den Spätsommer- Herbstzeiten mit Igeln überschüttet werden .

Finder sind oft der Annahme, daß sie einen Anspruch auf die kostenlose Leistung solcher Stellen an 365 Tagen im Jahr u. rund um die Uhr haben.

Viele Tierärzte bekommen Igel in die Praxis gebracht mit dem Ansinnen der Finder, sie abzugeben.

Die Finder können sie angeblich nicht behalten und pflegen und dann stehen die Tierärzte da. Manchmal nehmen Tierärztliche Fachangestellte gutwillig die Tiere mit, wissen oft auch nicht so recht, wie es geht , oder Tierärzte kennen Leute, die schon mal Igel nehmen, also wird das Tier abgegeben ohne jegliches Hinterfragen, was geschieht mit dem Tier.

Leider kostest mangelnde Sachkunde vielen Igeln das Leben.

In den Köpfen der Igelfinder spukt es immer noch rum – ein Igel muß im Oktober 600 g habe, sonst kommt er nicht durch den Winter.

Das ist eine so allgemeine , wenig differenzierte u. oft nicht zutreffende Information, die so schwer auszurotten ist , wie das Schälchen Milch für die Igel.

Gerade im Herbst werden die bekannten Igelstationen auch mit Igeln überschwemmt, die klein sind.

Aber klein ist kein Kriterium für die Aufnahme eines Igels ins Haus

Wir haben – das ist regional und klimatisch deutlich unterschiedlich - Wurfzeit von Mitte Mai bis weit in den September hinein. Wenn man bedenkt, daß Igel mit einem Gewicht zwischen 15 und 20 g. geboren werden, kann man sich denken, daß die Tiere , wenn sie spät geboren wurden, jetzt noch nicht erwachsen sein können, obwohl sie sich eigentlich sehr schnell entwickeln, wenn die Voraussetzungen auch für die Mutter günstig sind.

Viel problematischer als das geringe Gewicht ist doch der oft katastrophale Gesundheitszustand der Tiere.

Das wird einfach nicht erkannt.

Wildtiere zeigen ihre Erkrankung oft sehr spät u. Igel lassen sich oft sehr spät finden .

Ein gesunder Igel ist ein dämmerungs-und nachtaktiver Insektenfresser und wird kaum einmal am Tag gefunden.

Hauptnahrung der Igel sind entgegen landläufiger Meinung nicht Schnecken, sondern Laufkäfer und nachtaktive Insekten aller Entwicklungsstadien!

Als Sucher und Finder nimmt der Igel gelegentlich natürlich auch Schnecken und Regenwürmer als Nahrung auf, ebenso wie auch mal ein totes Mäuschen, leckt an aus dem Nest gefallenen Vogeleiern, nimmt auch mal ein totes Vögelchen auf.
Interessant für Igel sind auch Schalen mit Katzenfutter . (Das alles sind auch Infektionsquellen, wenn sowas zu lange in der Sonne steht u. die Futterplätze nicht gereinigt werden.)



Durch den hohen Landschaftsverbrauch auch durch Zersiedlung unseres Landes wird der Igel zwangsläufig zum Kulturfolger und lebt im menschlichen Umfeld.

Dort werden ,ohne daß der unbedarfte Gartenbesitzer es weiß, viele schöne Pflanzen angebaut, die aber der heimischen Insektenwelt weder Nahrung noch Kinderstube bieten -also bleibt unserem armen Kulturfolger nur der Rückgriff auf Würmer u. Schnecken, die aber auch die Zwischenwirte seiner Innenparasiten sind. Ein stark verparasitiertes Tier wird aber schwach u. krankheitsanfällig.

Infektionen hat so ein Tier nichts mehr entgegen zu setzen.

Mit latent vorhandenen Krankheiten kann ein Igel eine Weile durchaus überleben, aber er erreicht sein biologisch vorgesehenes Lebensalter, das früher mal um die 8 Jahre betrug, längst nicht mehr.

Heute werden Igel wenn es hoch kommt, noch ca. 4-5 Jahre alt und das auch nur in relativ guten Lebensräumen

Schon immer hat der Igel auch Schnecken u. Würmer gefressen u. seine Innenparasiten gehabt - aber er konnte damit leben, weil die Nahrungsvielfalt ausreichend war. Das ist heute anders. Wildpflanzen , die der heimischen Insektenwelt Nahrung u. Kinderstube bieten, fehlen u. so fehlen viele Insektenarten .

In unserem Umfeld sind Igel vielen Gefahren ausgesetzt,( Verkehr, Gartenarbeit, Gartenfeuer, nicht abgedeckte Kellerschächte, schadhafte Zäune, Teiche mit steil abfallenden Rändern, Gifte in Gärten, Einsatz von elektr. Oder motorgetriebenen Gartengeräten – hier besonders Fadenmäher, die zu häßlichen , oft tödlichen Verletzungen führen, sowie erhöhtes Haustieraufkommen – Hundebisse sind nicht selten, bes. bei Jungigeln.)

Auf dem Weg in die Gärten , die wenigstens Unterschlupf und einen vollen Magen bieten, sind Igel sehr häufig Verkehrsopfer. Mitschuld daran ist ihr genetisch verankertes Verhalten, sich bei Gefahr einzurollen.

Viele dieser Gefahren wären bei genauerem Überlegen ganz sicher vermeidbar. .

.Wir sehen häufiger tote Igel auf den Straßen – aber diese Verluste sind es nicht allein, die die Art in Gefahr bringen – hinzu kommt noch neben den zuvor genannten Gründen die oft nicht erforderliche und unqualifizierte Überwinterung in Menschenhand..

Ich komme noch einmal auf die bewußten 600 g, die ein Igel für den Winterschlaf haben sollte, zurück.

Dieser eine Faktor ist in den Köpfen und die Vorstellung , daß im Herbst das Futter für Igel knapper wird und dann folgt daraus der logische Schluß, daß man nachhelfen und päppeln muß. Das kann so pauschal einfach nicht stehen bleiben. bis zum Frosteinbruch finden in der Regel Igel noch Nahrung, wenngleich das Spektrum sich verändert im Jahresverlauf.

Es gibt ganz klare gesetzliche Regelungen im Tierschutzgesetz, wann man den zu den bes. geschützten Arten gehörende Igel ins Haus nehmen darf, nämlich, wenn er krank ist – und Krankheit ist nicht an eine Jahreszeit gebunden. Sie wird oft einfach übersehen. Aber auch dicke alte Igel können sehr krank und hilfsbedürftig sein.

Igel brauchen Hilfe, wenn sie verletzt sind – auch das ist nicht an eine Jahreszeit gebunden .

Manche Verletzungen sieht man erst auf den zweiten Blick, wenn die Wunden verkrustet sind und sich unter den Stacheln verbergen. Sind die Wunden alt und infiziert, riecht man es. (Eiter) Aber auch die dicken Fliegen riechen es , legen darin ihre Eier ab, aus denen bald Maden schlüpfen und diese fressen erst das entzündete Gewebe, dann fressen sie sich durch das Bindegewebe in den Igel. Alles was frißt, scheidet auch aus. Diese Ausscheidungen sind für Igel giftig!

Verwaiste Igelbabys brauchen Hilfe –diese Hilfe muß artgerecht und sachkundig sein. Das heißt, man kann einem Igelfinder nicht einfach Katzenfutter empfehlen. Igelwaisen brauchen als Säugetiere die Milch ihrer Mütter, ist sie nicht da, brauchen sie eine adaptierte Milch. Die meisten Katzenmilchsorten sind viel zu lactosereich und für Igel unbekömmlich. Es ist also wichtig, eine Altersbestimmung durchzuführen, In dem Merkblatt von pro Igel gibt es dafür eine Anweisung. Dann weiß man auch, welche Milch in welchem Alter in welchem Abstand und in welcher Menge gegeben werden muß und daß genau wie bei Hund und Katze die Verdauung angeregt werden muss.

Einfach Katzenfutter zu empfehlen ist das Gleiche, als würden wir unseren Babys Erbsensuppe in der Babyflasche geben.



Der Igel ist in die Freiheit zu entlassen, wenn er sich selbst dort wieder erhalten kann.

Nur welche Kriterien sind das, auf die wir achten müssen?

Ein gesunder Igel ist ein Wildtier. Es gehört nicht in Menschenhand.

Ein gesunder Igel ist dämmerungs-u. nachtaktiv. Die Aktivitätsphasen liegen etwa bei Dämmerungsbeginn, um Mitternacht und im Morgengrauen. Danach hält der gesunde Igel seinen Tagschlaf.

Dafür hat er mehrere Ruheplätze ,die er abwechselnd nutzt u. die oft gar nicht sonderlich sorgfältig gebaut sind.

Seine Form ist die eines Tropfens – vorne spitz, hinten rund. Einen Halsansatz sehen wir nicht.

Seine Augen sind halbkugelförmige Knöpfchen,

Seine Nase ist feucht, sie darf durchaus auch mal tropfen.(Das hat nichts mit einem Schnupfen zu tun, den der Igel nicht kennt.)

So ein gesunder Igel schätzt ab, ob bei Gefahr die Zeit noch reicht, überraschend schnell davon zu laufen in eine Deckung – er kennt ja seinen Lebensraum –oder ob es sicherer ist, sich fest einzurollen und diesen Zustand beizubehalten bis die Luft rein ist.

Sein Kot sind feste dunkle Würstchen.

Im Gegensatz dazu finden wir kranke Igel am Tag.

Manchmal liegen sie ungeschützt in der Sonne, sie rollen sich bei Annäherung kaum ein oder schnell wieder aus. Ihr Gang ist sehr langsam, schleppend.

Wenn wir sie genauer anschaun, sind ihre Augen oft nur schlitzförmig oder gar nicht geöffnet.

Ihre Form ist eher walzenförmig und oft ist der Halsansatz an einer Delle zu erkennen. Häufig sehen wir Schultern und Hüften herausstehen.

Finden wir Kot, ist er meist weich, schmierig, grün-schleimig oder sogar blutig.

Diese Igel brauchen unverzüglich Hilfe. Solche Igel darf man niemals sofort entwurmen - die Behandlung der Sekundärinfektion u. ihre Stabilisierung sind vorrangig

Eine Entwurmung sollte nur nach Bestimmung des quälenden Parasiten erfolgen, nicht irgendwie, nicht mit irgendwas, was gerade in der Praxis gängig ist, weil Igel auch nicht jedes Wurmmittel vertragen und nicht jedes Mittel gegen jeden Innenparasiten wirksam ist.

Eine sofortige Irgend-wie Entwurmung ist häufig für den Igel der Todesstoß u. nicht selten kommen diese Tiere nicht mehr lebend wieder beim Finder zuhause an.

Igel deren Körpertemperatur deutlich kühler als unsere ist, müssen vor jeder Behandlung zunächst einmal aufgewärmt werden

Wenn Tiere in die Praxis kommen, die sich kühl anfühlen, dürfen sie zunächst gar nicht behandelt werden, sondern gehören auf eine Wärmeflasche . (Kein Rotlicht, kein Heizkissen, diese trockene Wärme vertragen solche dehydrierten Tiere gar nicht)

Ist beim Igel wieder eine normale Körpertemperatur erreicht, dann kann man behandeln – häufig werden Vitamin- Elektrolythgaben sehr gut vertragen und man kann eine antibiotische Behandlung beginnen. Wünschenswert wäre es, dies gezielt nach Antibiogramm zu tun. Leider dauert sowas seine Zeit und der Igel ist inzwischen tot, wenn wir zuwarten.

Eine Wurmbehandlung sollte immer ganz gezielt nach vorheriger Kotuntersuchung erfolgen.Babyigel dürfen weder mit Flohspray behandelt noch entwurmt werden(Sie haben noch keinen Zwischenwirt gefressen u. wenn, dann ist die Präpatenzzeit noch nicht abgelaufen, nach der der erwachsene Parasit vom Wurmmittel erwischt wird. Im Eier –u. Larvenstadium sind diese Parasiten gar nicht zu behandeln. eine Verwurmung über die Mutter ist theoretisch möglich (wie bei Hund und Katze auch aber nicht wahrscheinlich.) Selbst bei Symptomen wie Husten müssen erst mal im Kot Geschlechtsprodukte der Parasiten nachgewiesen werden.

Behandlungsfähig ist nur der adulte Parasit, dessen Geschlechtsprodukte im Kot nachweisbar sind!

.Nicht jedes bekannte Wurm -Medikament wirkt beim Igel gegen jede Parasitenart.

Bitte kein Flohspray, schon gar kein Flohpuder für Jungigel. Bei älteren Igeln auch bitte kein Frontline verwenden.

Tierärzte, die sich besonders für Igel engagieren haben in Zusammenarbeit mit hochqualifizierten Stationen sowohl die Wirksamkeit von Wurmmedikamenten , wie auch die Dosierung herausgearbeitet. Wir finden die genauen Angaben im Heft:

Igel in der Tierarztpraxis.

Diese Angaben in dem Buch sind erprobt und praktikabel.

.

Da Igel in der Regel auch noch äußere Parasiten, bes. mehr Flöhe als Mäuse in die Praxis mitbringen, enthält das Heft auch Angaben, wie man diesen lästigen Mitbewohnern schnell Herr werden kann.( z. B Jacutin pedicul -ein Läusespray für Menschen ist für Igel sehr gut verträglich und hochwirksam)



Im Heft ist des öfteren die Rede davon – nur anwenden bei stabilen Igeln.

Wegen der Infektionsgefahr ( z.B. Eitererreger , Salmonellen -aber auch Zoonosen - Pilzerkrankungen ) auch für Menschen ist Hygiene besonders wichtig und an die Finder auch der Hinweis zu geben – bitte gründlich Hände mit Seife waschen nach Igelkontakt (Meist reicht das aus)

Händedesinfektion oder Handschuhe tragen bei Igelkontakt ist dennoch empfehlenswert.



Man braucht schon ein wenig praktische Erfahrung, um beurteilen zu können, wann ein Igel stabil ist – also kann ich nur darum bitten, die so gekennzeichneten Mittel zu vermeiden, wenn es irgend möglich ist.

Jeder Behandlung beim Menschen wie beim Tier geht eigentlich eine exakte Diagnose voraus.

Aber wie stellen wir sie, wenn ein Igel vom Transport verstört als feste Kugel vor uns liegt?

Dazu brauchen wir zunächst Ruhe im Raum

Wir setzen all unsere Sinne ein.

1. Unsere Augen –

wir schaun den Igel genau an. Wie sieht er aus – Tropfenförmig –vorne spitz hinten rund oder mager, walzenförmig? Hat er Verletzungen – Bitte genau anschaun, denn manche Verletzungen versteckt der Igel geschickt in seinem Stachelkleid. Hat er Zecken, viele Flöhe? Hat er Schwellungen, wie sieht die Haut aus, rein – ruhig ein wenig schmutzig, aber zeigt sie Anzeichen von Milben-oder Pilzbefall?

2. Wenn alles ruhig ist, wird der Igel sich möglicherweise ausrollen und neugierig hervorschauen. Dann sehen wir die Augen, Sind es kleine halbkugelförmige Knopfaugen oder werden sie nur schlitzartig geöffnet oder gar gar nicht?

Sind die Augen verletzt? Wir sehen die Ohren – sind dort Fliegeneier drin oder Zecken? Wir sehen die Nase, ist sie feucht, tropft sie gar, oder ist sie trocken, sind im Gesicht Verletzungen zu sehen? Wenn der Igeln nicht aufmacht, können wir manchmal ein wenig nachhelfen, indem wir vorsichtig leicht das hintere Körperdrittel streicheln.

3. Macht der Igel auf, können wir die Bauchseite betrachten, indem wir die Hinterbeinchen fassen und ihn in Handstandstellung bringen. Dabei können wir auch das Geschlecht feststellen – ein Knöpfchen am Bauch, dort wo wir den Nabel vermuten, sagt uns – das ist ein Männchen, dessen Penisknopf wir sehen. Beim Weibchen liegen die Scheide und der Anus dicht beieinander.

4. Gelegentlich läßt sich ein Igel mit einem Instrument ins Mäulchen schaun. Dann sehen wir, ob er ggf Zahnstein oder eine Entzündung oder gar einen Fremdkörper im Mäulchen hat oder seine Schleimhäute zyanotisch sind. Nur – das ist meistens, bes. bei noch sehr vitalen Igeln nicht so leicht zu erreichen.



5. Wir hören!

Die Atmung des Igels sollte gut wie nicht zu hören sein, ein Tuckern, fauchen, ist normal. Aber wenn ein starkes Rasseln giemen, schnorkeln zu hören ist, läßt es auf einen massiven Lungenwurmbefall und starke Verschleimung schließen. Oft sehen und hören wir auch , daß der Igel um Luft ringt.

Eitrige Lungenentzündungen beim Igel kommen häufiger vor. Igel schreien nur selten, wenn dann ist es sehr durchdringend und läßt auf schlimmen Schmerz u. Todesangst schließen.

6. Wir riechen.

Wenn ein Igel eine eitrige Verletzung hat, riecht es nach Eiter. Auch wenn ein Igel Verletzungen hat, in denen viele Maden zu finden sind, riecht es sehr unangenehm. Kot sollte normal nach Kot riechen, aber wenn ein Igel infektiösen Durchfall hat, ist dieser Geruch sehr auffällig. Auch riechen wir z. B: bei sehr schwachen Igeln, wenn die Nieren nicht mehr funktionieren, es findet sich der typische urämische Geruch.

Ggf. ist eine Narkose ein Weg, einen Igel genauer zu betrachten oder auch zu röntgen, bes. wenn ein z. B. hervorstehendes Beinchen auf einen Knochenbruch schließen läßt, oder wenn Schwellungen, Madenbefall oder Wunden im Bauch-oder Beinbereich behandelt werden müssen und gute Sicht für eine korrekte Behandlung unabdingbar ist

Moderne Narkosen, richtig dosiert, werden vom Igel in der Regel gut toleriert..

Ganz wichtige Leitsätze sollten wir unbedingt verinnerlichen:

Kühle Igel vor jeder Behandlung erst aufwärmen – keine trockene Wärme, kein Rotlicht oder Heizkissen.

– niemals bei geschwächten Igeln anwenden, nicht bei Jungigeln und Babys Wenn sie angewendet werden sollen, müssen sie nach Gewicht ganz exakt dosiert werden – Lebensgefahr für die Igel!

Babyigel nicht entflohen (ggf manuell u. ein U

Vorrangig ist bei schwachen , infizierten Igeln erst die antibiotische Behandlung und eine Stabilisation des Zustandes. Entwurmt werden nur stabile Igel nach Kotuntersuchung ganz gezielt.

Flohbefall nicht mit Pulver behandeln (Es fällt vom Igel auch ins Futter u. wird oral aufgenommen, was häufig sehr unbekömmlich ist!)

(Bitte nicht mit Flubenol einsprühen! Es gibt immer wieder Todesfälle und ist für Igel kontraindiziert.

Vorsicht mit Spot-one Präparaten mgebungsspray in das häufig zu reinigende Schlafhaus!)

Altersbestimmung (s. Merkblatt Aufzucht verwaister Igelsäuglinge)

Altersgerechte Ernährung Igelbabys !

Bitte nicht empfehlen, sie mit Katzenfutter zu füttern, denn wir geben unseren menschlichen Babys auch keine Erbsensuppe ins Fläschchen.

Igel sind Säugetiere und brauchen in der Säuglingszeit die Milch ihrer Mutter.

Steht diese nicht zur Verfügung, muß es eine verträgliche lactosearme Milch sein. Bewährt hat sich Esbilac in Fencheltee aufgelöst mit einem Tröpfchen eines guten Pflanzenöls, Gefüttert wird je nach Alter in richtiger Menge, in richtigem Zeitabstand.

Das anschließende Toiletting ist überlebenswichtig !

s. Merkblatt von Pro Igel e.V: -Aufzucht verwaister Igelsäuglinge!

Frühestmöglich – wenn die Augen geöffnet werden – geben wir dann in steigender Menge z. B. Hills a/d Fleischnahrung hinzu. (ggf rohes Tartar oder ein ungsalzenes Rührei oder in Wasser gekochtes Hähnchen (Fleisch stark mixen!)

Frühestmöglich werden kleine Igel an selbstständige Nahrungsaufnahme gewöhnt. So vermeiden wir die Überfütterung.

Tierärzte, die sich bes. für Igel engagieren haben in Zusammenarbeit mit hochqualifizierten Stationen sowohl die Wirksamkeit und Verträglichkeit, sowie die Dosierung von Medikamenten, die für Igel einsetzbar sind, bes. auch Antiparasitika herausgearbeitet und sind als Handreichung für Tierärzte im Heft

Igel in der Tierarztpraxis

verfügbar.

Im Heft ist häufiger die Rede davon – nur anwenden beim stabilen Igel. Man braucht schon ein wenig praktische Erfahrung, um zu beurteilen, ob ein Igel stabil ist. Also kann ich persönlich nur bitten, die so gekennzeichneten Mittel bes. bei mangelnder Erfahrung zu vermeiden, wenn irgend möglich.

Der Igel ist für unbedarfte Leute oft nur ein Ach wie niedlich-Tier. Genauere Fragen stellen sie sich oft erst, wenn sie so ein Malheurchen finden und es nicht an der Stelle verrecken lassen wollen.

Der erste Ansprechpartner für Igelfinder ist oft neben dem Tierarzt ein Tierheim, wobei dies eigentlich für Haustiere zuständig ist und die Angaben der Mitarbeiter oft Kompetenz vermissen lassen

Darum möchte ich hier darauf eingehen.

In der Regel sind die am Tag aufgefundenen Tiere krank, oder latent krank, auch dann, wenn sie zunächst fit und fix und scheinbar zutraulich wirken.

Wir sollten eines bedenken:

Igel sind Wildtiere und sie werden durch Gefangennahme, Gefangenschaft und auch Transport gestresst.

Wir alle wissen, daß das Immunsystem unter Stress seine Leistungsfähigkeit verliert.

So ist es auch beim Igel und der zunächst fit wirkende kleine Kerl kann innerhalb kürzester Zeit schwach, elend und totkrank erscheinen.

Ein scheinbar ganz fitter lebhafter Igel kann in den nächsten Stunden verenden.

Darum plädiere ich ja auch dafür, schnellstmöglich einen igelkundigen Tierarzt aufzusuchen, eine Kotuntersuchung machen zu lassen und genau zu beobachten.

Jede Veränderung im Verhalten, Futteraufnahme, Veränderungen der Ausscheidungen sind ein Hinweis darauf, daß solche Tiere sehr schnell Hilfe brauchen.

Die Unterbringung sollte so sein, daß der Igel, wenn irgend möglich, mindestens 1, 5 qm. Raum hat. Dieser Raum sollte mit Zeitungen ausgelegt sein. Die sind saugfähig und wir können die Ausscheidungen kontrollieren. Gut gemeinte Einstreu , Heu, Stroh, Laub ist in der häuslichen Unterkunft zu vermeiden, Kot wird nicht gesehen, es wird zu wenig gesäubert, dann kommen die Klagen – ein Igel stinkt.

Heu bedeckt den Igel, wickelt sich einschnürend ggf um die Pfoten, wird durchs Futter getragen und damit vermengt. Das gleiche gilt für Stroh. Alles Einstreu ist für die kleinen Pfoten unverträglich. Katzenstreu wird ins Futter getragen, mitgefressen und im schlimmsten Fall kann ein Darmverschluss die Folge sein.

Laub kann eine weitere Infektionsquelle sein.

Igel brauchen ein Schlafhäuschen, in das sie sich zurückziehen können. Der Einschlupf sollte um die 10x10 cm groß sein. Hinein kommt am Boden eine dicke Zeitungslage und geknüllte Haushaltsrolle, die dem Igel ermöglicht , sich einzukuscheln

Solange sie noch sehr klein und evtl auch krank sind, müssen sie bei annähernder Zimmertemperatur (warmer Keller) untergebracht werden. Würden wir diese Tiere draußen in der Kälte unterbringen, würden sie das Fressen einstellen, ohne Fettreserve in den Winterschlaf gehen und sterben.

Sein Futter kann man dem Igel gut auf einem kleinen Teller anbieten, ein standfestes Gefäß – kleiner Futternapf oder auch ein glasierter Ton-Blumenuntersatz wird für das Trinkwasser benötigt.

Gefüttert wird bei erwachsenen Igeln abends, bei kranken u. ganz jungen Igeln auch morgens.

Geeignetes Futter ist z. B. ein Rührei ohne Salz mit wenig Öl bereitet

Ein in Wasser ohne Salz gekochtes Brathähnchen, dessen Fleisch man von den Knochen löst, kurz anmixt und dann ein paar Haferflocken, Kleie oder gutes Igeltrockenfutter beigibt. Das kann man gut portionieren , einfrieren und aufgetaut verfüttern.

Hälse und auch Flügel kann man Igeln so reichen. Bitte nicht die großen Röhrenknochen der Hühnerbeine.

Geeignet ist auch Katzenfutter.(bitte die Sorten immer mal wechseln) es sollte allerdings zucker-und getreidefrei sein.(Hochpreisiger!) Es ist schön eiweißreich, aber zu fettarm. Darum setzen wir einige Tropfen eines guten Pflanzenöls zu. Da Zusatzstoffe im Katzenfutter beim Igel oft zu sehr übel riechenden weichen Stühlen führt, kann man ein wenig Kleie oder Flocken beigeben als Ballaststoff. Dann wird der Stuhl schön fest und duftet nicht so aufdringlich.

Geeignet ist auch in der Pfanne gestocktes ganz frisches Tartar mit wenigen Flocken.

Igel sind Individualisten – was der eine begierig frißt, verabscheut der andere. Aber das darf uns nicht dazu verführen, den Igel einseitig zu ernähren.

Wenn der Igel gesund geworden ist, keine Medikamente mehr braucht und nach der letzten Medikamentengabe eine Zeit von mindestens 8 Tagen verstrichen ist (Medikamente verstoffwechselt sind) und das Tier das erforderliche Gewicht hat – nämlich die berühmten 600 g. darf es in ein gesichertes Gehege in z. B. einem Gartenhaus, einer nicht benutzen Garage, auf einem überdachten wettersicheren Balkon in die Kälte gestellt werden

Wenn die Zeit noch geeignet ist, kann so ein Igel auch noch in die Freiheit gehen.( Nicht mehr nach Mitte Oktober und keine Handaufzuchten.)

Für den Winterschlaf sollte das Tier ein gut isoliertes, ausreichend großes Schlafhaus ins Gehege bekommen, das mit einer dicken Zeitung am Boden ausgelegt wird. Das Nest baut der Igel gern selbst, z. B. aus Stroh, das wir zuvor gut ausschütteln, um Staub und Spelzen daraus weitestgehend zu entfernen. Gern nimmt der Igel auch noch etwas geknüllte Haushaltsrolle dazu.

Dies Schlafhaus wird nicht mehr gereinigt (Meist sind die Igel dieser Größenordnung auch stubenrein) Die Lauffläche ist täglich zu kontrollieren und zu reinigen. Der Igel wird wie im Haus draußen gefüttert und bekommt Trinkwasser, bis er von sich auch das Futter verweigert und schlafen geht. Das kann in den ersten Tagen noch sehr unzuverlässig sein. Erst wenn das Tier mehrere Tage kein Futter angerührt hat, halten wir ein wenig Katzentrockenfutter und Trinkwasser vor.

Wenn der Winterschlaf beendet ist, füttern wir den sichtlich kleiner gewordenen Igel erst wieder auf ein Gewicht , das er vor dem Schlaf hatte, wieder auf.

Achtung- sehr wichtig – wird meist falsch gemacht!

Nicht bei den ersten Sonnenstrahlen aussetzen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wenn die Temperaturen nachts + 8 ° nicht mehr unterschreiten, keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, vor allem , wenn die Natur ausreichend weit ist, die nachtaktiven Insekten draußen sind, weil sich der Boden erwärmt hat, entlassen wir unseren stacheligen Gast in der Abenddämmerung und möglichst am Fundort wieder in die Freiheit.

Igel haben ein sehr gutes Ortsgedächnis und wenn der Fundort geeignet ist, setzen wir sie dort wieder in der Abenddämmerung aus. Schnell wird der Igel seine alten Futterstellen und Unterschlüpfe wieder erkennen und nutzen.

Wenn der Fundort allerdings wegen stark befahrener Straße oder z. B. Baustelle zu gefährlich, unsicher oder völlig ungeeignet ist, wird der Igel an anderer geeigneter Stelle ausgewildert.

Igel, die nicht am Fundort ausgewildert werden können, haben es etwas schwerer.

Handaufzuchten müssen erst einmal in einem Freigehege für die Freiheit trainiert werden.

In der Natur zeigt auch die Mutter nicht, was gefressen werden kann – aber Igeljunge laufen mit der Mutter u. sind noch ungeschickt . Werden sie bei der Futtersuche nicht satt, haben sie immer noch ihre Mama, die stillt. Das haben unsere Handaufzuchten nicht, darum müssen sie im Freigehege erst mal üben.

Gern nehme ich noch zu Ihren weiteren Fragen Stellung und empfehle Ihnen gern die Homepage von Pro Igel, wo neben allgemeinen Informationen auch ganz gezielt auf Probleme , wie Aufzucht verwaister Igelsäuglinge oder auch Igel in der Tierarztpraxis eingegangen wird. Diese Informationen kann man auch bei Pro Igel bestellen

Für Tierärzte und ihre Mitarbeiter möchte ich als Hilfe bei der Parasitenbestimmung / Kotuntersuchung noch die CD empfehlen Parasitosen und Mykosen des Igels



Kurze Zusammenfassung:

Untersuchungsgang Igel

Wir nutzen dazu alle Sinne:

Wir sehen – Form, Verhalten, Wunden? Zyanose im Maul?? Zeckenbefall, Wunden,

Entzündungen, (Augen, Gelenke)

Wir fühlen: Schwellungen,

Wir hören: Atmung – ruhig, rasselnd, mühsam kämpfend

Wir riechen: z. B. Eiter oder urinämischer Geruch bei Nierenversagen, etc.

In ruhiger Atmosphäre können wir den Igel am letzten Drittel des Körpers sanft nach hinten streicheln, er macht dann

meistens auf, daß wir die Hinterbeine fassen können und ihn in Handstandposition bringen können, Dann sehen wir das

Geschlecht. Anus und Scheide dicht beieinander – weiblich

Karin Oehl

ein Knopf, wo wir den Bauchnabel vermuten würden – Männlich

_________________
Tierliebe Grüße
Cordula Lützenkirchen und die 4-beinige Rasselbande :0))

Hunde- & Katzen-Ernährungsberaterin

Jedes Tier-Leben ist ein Geschenk,
egal wie kurz, egal wie zerbrechlich!

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Katzenfutter gibt’s bei www.tierfreunde-rheinland.petfit-partner.eu


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