Tote Tiere werden einfach „entsorgt“
Von Christa Westerheider, 26.08.10, 17:41h
Tot aufgefundene Haustiere können der Polizei gemeldet werden, doch obwohl viele von ihnen „gechipt“ sind, werden sie einfach entsorgt. Der Grund, warum viele Besitzer nicht informiert werden: Die Behörden können die Chips nicht decodieren.
Kater Moritz schmust eigentlich ganz gerne mit Manfred Miloch - aber doch nicht vor dem Auge einer Kamera! (Bild: Britta Berg)
Bergisch Neukirchen - Im vergangenen November hatte Manfred Miloch (62) ein Erlebnis, das ihn bis heute nicht loslässt. Der Bergisch Neukirchener Katzenfreund suchte damals aufgeregt nach einem seiner Tiere: Eine Nachbarin hatte nämlich mitbekommen, dass sein Kater Pitter angefahren worden war und dann vor lauter Schreck und Schmerzen das Weite gesucht und sich verborgen hatte. Tatsächlich fand Miloch den bös verletzten Pitter später in einem Versteck: tot.
Das war schlimm. Aber noch schlimmer wäre es gewesen, fing der Katzenfreund damals an zu überlegen, wenn er nie erfahren hätte, was mit seinem Pitter passiert ist. Wie lange hätte er gesucht, wie lange gelitten unter der Vorstellung, dass der Kater irgendwo liegt und sich quält? Und wie erginge es erst Kindern, die ihren vierbeinigen Liebling vermissen und mit solcher Ungewissheit leben müssten?
Lili Marleen, Josefine, Moritz
Was wäre zu tun, damit man zumindest davon erfährt, wenn das Tier auf der Straße gestorben ist, fragte sich also Manfred Miloch. Und wenn der sich einmal an einem Thema festgebissen hat, lässt er so schnell nicht locker. Das weiß jeder, der ihn kennt. Der Privatier wohnt seit 26 Jahren auf einem verwunschenen Anwesen an der Atzlenbacher Straße im Ortsteil Grund und kümmert sich nicht nur um seine Privatgeschäfte und die drei Katzen Lili Marleen, Josefine und Moritz. Wenn Miloch etwas für wichtig oder richtig hält, redet und kämpft er dafür, sucht Verbündete und scheut auch nicht davor zurück, Freunde und Bekannte einzuspannen.
Jetzt geht es ihm also um Haustiere, und zwar um solche, die irgendwo draußen umkommen. Zwar tragen inzwischen sehr viele Hunde und Katzen eine Art Erkennungsmarke (Chip) unter der Haut, die mit speziellen Scannern in Tierarztpraxen und Tierheimen decodiert werden kann. Aber wer trägt schon ein totes Tier zum Tierarzt? So werden überfahrene Hunde und Katzen in Leverkusen in der Regel einfach entsorgt: Jemand meldet den auf der Straße liegenden Tierkörper der Polizei, und die informiert die Straßenreinigung. Das war's. Der Tierhalter erfährt nichts vom Schicksal seines Lieblings.
Nun hat Manfred Miloch herausgefunden, dass es auch anders geht (zum Beispiel in Leichlingen) und es in Leverkusen nur am Scanner fehlt, genauer: an den rund 200 Euro Anschaffungskosten. Deshalb hat er sich entschlossen, einen Scanner auf eigene Kosten und einen zweiten mit Hilfe von Sponsoren anzuschaffen und sie der Stadt zu übergeben. Dann wäre es im Prinzip möglich, Hunde und Katzen, die tot auf der Straße liegen, rasch zu identifizieren. Das macht die armen Wesen zwar nicht wieder lebendig, aber es könnte den traurigen Tierhaltern die Ungewissheit nehmen.
Zum Schluss bleibt noch diese Frage: Werden die Männer von der Straßenreinigung beherzt genug sein, die überfahrenen und oft übel zugerichteten Tierkörper auch noch zu drehen und zu wenden, um den Scanner anzusetzen? Wenn sie sich vorstellen, welches zusätzliche Leid sie den Tierfreunden ersparen, werden sie es sich vielleicht zumuten.
http://www.ksta.de/html/artikel/1281431654086.shtml
26.08.2010
Tierliebe Grüsse
Karin mit Rocky, Gina & Sara
Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund
mehr Gefühle ausdrücken,
als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.
(Louis "Satchmo" Armstrong)
Dass mir mein Hund und das Liebste sei,
sagst du oh Mensch sei Sünde,
mein Hund ist mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.
(Franz von Assisi)